Über Netzpolitik.org bin ich auf eine Studie über die Präsenz von deutschen Parteien und Politikern im Web aufmerksam geworden.
Seit Jahren wird beobachtet, dass Wahlkampftrends aus Amerika wenig später auch hier Anwendung finden. Während Joes alter Twitter-Freund Barack Obama inzwischen im Netz allgegenwärtig ist, fleißig twittert, bloggt, Freunde im Facebook sammelt - kurzum: das Web für sein Selbstmarketing vorbildlich nutzt, scheint sich die deutsche Politik der Bedeutung dieses Mediums noch nicht so ganz bewusst zu sein (Bild rechts via Obama for America).
Die Agentur newthinking communications hat in einer Kurzstudie die politische Web-Präsenz in Deutschland analysiert, und kommt zu dem Schluss, dass die Nutzung des Mediums im Kampf um Wählerstimmen eher “unkoordiniert” ist:
Derzeit dominieren unkoordinierte Einzelaktivitäten, von Schlagworten der Debatten um die Veränderung der politischen Kommunikation wie dem „Permanent Campaigning“ oder der „Amerikanisierung“ ist derzeit noch nichts zu sehen. Die Parteien und Spitzenpolitiker sind zum Zeitpunkt der Erhebung im klassischen Wahlkampf verhaftet, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Und auch die Jugendorganisationen und ihre Spitzenvertreter bilden hier keine Ausnahme.
Auffällig sind dabei die Stärke der Union in StudiVZ und ihre gleichzeitige Schwäche in Facebook, die dezente Präsenz selbst der Jungpolitiker in Social Networks und der Fast-Totalausfall im Bereich der Weblogs und bei Twitter, in dem nur wenige rot-grüne Farbtupfer zu finden waren. (via newthinking communications GmbH)
Die Studie soll quartalsweise bis nach der Bundestagswahl 2009 aktualisiert werden. Ich frage mich, welche Partei bis dahin die Zeichen der Zeit erkannt hat und als erste in Deutschland den Wahlkampf koordiniert ins Netz trägt…
Übrigens wird in der Studie auch festgestellt, dass Angela Merkel einen (mit völliger Sicherheit echten) studiVz-Account hat, aber nur einen einzigen Freund. Traurig sowas.
(Bild von א (Aleph), http://commons.wikimedia.org)
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