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Wort|ge|fecht, das - Murdoch: «Web als Chance»


Die Holzmedien und das Internet: Murdochs Rezepte. (stock.xchng)

Medienmogul Rupert Murdoch geisselte Mitte November in einer Ansprache im australischen Radio Australian Broadcasting Corporation (ABC) die Innovationsangst der traditionellen Massenmedien. «Während andere Wirtschaftszweige das Internet mit offenen Armen aufgenommen haben, scheinen viele Journalisten schon schwer damit beschäftigt zu sein, an ihrem eigenen Nachruf zu arbeiten», warf er der Branche vor. Um eine positive künftige Entwicklung der Zeitungswirtschaft zu ermöglichen, müssten ihre Vertreter endlich umdenken und erkennen, welche neuen Chancen mit dem Web auf sie warten würden.

Die gedruckten Versionen einiger Zeitungen werden nach Ansicht Murdochs in Zukunft mit Auflagerückgängen rechnen müssen. «Gleichzeitig wird es aber in anderen Bereichen wie Webseiten oder individualisierbaren E-Mail-Nachrichten und Werbung zu Zuwächsen kommen. Im kommenden Jahrhundert ändert sich vielleicht die Vertriebsform, das potenzielle Publikum für unsere Inhalte wird sich aber vervielfachen», erklärte Murdoch. Um dieses Publikum auch im Internetzeitalter erfolgreich ansprechen zu können, müssten die traditionellen Zeitungsbetriebe sich vor allem auf die Qualität ihres Journalismus besinnen. «Unser Geschäft ist es nicht, tote Bäume zu bedrucken. Wir müssen den Lesern einen bedeutenden Journalismus und ein grossartiges Urteilsvermögen bieten», stellte Murdoch klar.

Der schleichende Tod der Gatekeeper

«Noch vor wenigen Jahren konnte eine Handvoll Redakteure darüber entscheiden, was zur Nachricht wird und was nicht. Heute verlieren die Redaktionen diese Macht», merkte er an. Das Internet biete heutzutage Zugang zu tausenden verschiedenen Nachrichtenquellen, News-Portalen und Blogs, die oft auch über solche Dinge berichten, die eine traditionelle Zeitungsredaktion normalerweise ignoriert. Dass Nachrichtenseiten im Web den Zeitungen zunehmend die Leserschaft streitig machen, ist mittlerweile Allgemeingut.

Im August sprach Murdoch vor Studenten der Georgetown University in Washington, D.C. zum Thema «Creative Destruction: News for the 21st Century»:

Zu neuer Höchstform auflaufen

Murdoch ging jedoch auch mit jenen Kritikern ins Gericht, die das baldige Ende der Holzmedien heraufbeschwören: «Jene Untergangspropheten, die der Zeitungsindustrie den baldigen Tod prophezeien, sind irregeleitete Zyniker. Ich bin davon überzeugt, dass die Zeitung im 21. Jahrhundert zu einer neuen Höchstform auflaufen wird.»

Quellen: guardian, pte


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